Primark
Na endlich! Primark ist auch in Deutschland angekommen. Nach der Eröffnung des ersten Stores in Bremen letzten Jahres, breitet sich der Textil-Discounter immer mehr hier zu Lande aus. Die zweite Standortwahl fiel auf Stuttgart. Aber auch der Rest Deutschlands muss nicht traurig sein, denn es werden immer mehr deutsche Städte begutachtet. Über eine Filialeröffnung in Gelsenkirchen, Dortmund und Essen wird seit längerem gemunkelt. Hoffentlich lässt sich Primark auch im Süden nieder, da würden wir feschen Bayerinnen uns sehr freuen!
Aber wie kann man Primark nun beschreiben? Ich wurde sagen: Glanz und Glamour auf Kik und Takko Preisniveau. Die irische Modekette kann aber durchaus mit H&M und Zara mithalten. Die Schnitte werden gerne von den Designern kopiert und in Massenwaren hergestellt. Ein Gürtel für zwei Euro, eine Handtasche für fünf und Schuhe ab 15 Euro. Welche Frau wird da nicht schwach?
Betritt man die Läden, greift man erst einmal zu der grauen Mega-Tüte, ähnlich wie bei Ikea am Eingang. Danach heißt es: Augen auf und sich durch das Gedränge schlagen. Bei den niedrigen Preisen packt man gerne wahllos alles ein, was Frau ins Auge sticht. Eine Glitzer-Leggings? Im Normalzustand würde man erst kommende Anlässe durchzählen, wann man dieses gute Stück denn bitteschön anzieht. Aber im Ausnahmezustand verschwenden wir daran keinen Gedanken. Shopping bei Primark löst bei Frauen einen wahren Adrenalinschub aus. Es kann durchaus passieren dass wir mit der Konkurrentin über die letzten Mega-Plateau-Ankle-Boots, Vorbild schwedisches Designerlabel Acne, streiten.
Aus den entferntesten Städten wird angereist, man könnte schon fast vom wochenends Mode-Tourismus sprechen. Aber nachvollziehbar ist es: Tütenweises Klamotten einkaufen für einen schlappen zweistelligen Betrag. Das lässt Frauenherzen höher schlagen und vor unserem Gewissen haben wir auch Ruhe.
Faltenrock und Plateau Schuhe
Früher rannte man schreiend davon, wenn Mutti mit dem Faltenrock ankam. Denn das verhieß meist nichts Gutes. Besuch bei Verwandten, von Verwandten, in der Kirche oder sonst ähnlich schlimme Anlässe waren der Grund für den Faltenrock, der sonst in den Tiefen meines Kleiderschranks versteckt wurde. Nachdem ich mich selbstbestimmt anziehen durfte (etwa im Alter von 8 oder so) habe ich keinen Faltenrock mehr getragen. ..
…bis vor kurzem. Ich stehe total auf Klamotten aus den 80ern und liebe es günstige Vintage-Teile auf dem Flohmarkt zu ergattern. Auf einem meiner letzten Besuche habe ich einen fantastischen schwarzen Faltenrock entdeckt, den man in der Taille trägt und der knapp über dem Knie endet. Noch vor einem Jahr hätte ich den Faltenrock keines zweiten Blickes gewürdigt, doch jetzt: es war Liebe auf den ersten Blick! Vor allem in Kombination mit meinen ebenfalls wiederentdeckten Plateau Schuhe! Plateau Schuhe habe ich in den 90ern mal eine Zeit lang geliebt – und jetzt wieder! Und nicht nur bei mir löst die Kombination Begeisterun aus – schon beim ersten Tragen des Rockes wurde ich des Öfteren angesprochen, woher ich denn diesen tollen Faltenrock hätte und wie gut die Plateau Schuhe dazu passen würden. “Leider“ musste ich die Leute enttäuschen, denn meinen Rock gibt es nicht mehr. Er ist ein Unikat. Hurra!
Seitdem trage ich den Rock hin und wieder (man muss Einzelteile vorsichtig dosieren) und kombiniere ihn mit verschiedenen Oberteilen aus den 80er und 90er Jahren und natürlich den Plateauheels. Ärmellose, weite Tops mit Querstreifen oder unifarben machen meinen Faltenrock zum Hingucker und da der Rock in der Taille getragen wird, macht man immer eine gute Figur!
Deshalb mein Tipp: Wer seine Figur seit ca. 20 Jahren gehalten hat, kann seinen alten Tennis-Faltenrock vom Speicher holen und tragen. Wer nicht, muss sich entweder bei den einschlägigen Mode-Ketten einen neuen kaufen oder sich auf das Abenteuer Flohmarkt einlassen! Es lohnt sich.
Jacken mit Städtenamen – cool oder nicht?
Wenn Frau zu Trainingsjacke greift, ist sie entweder beim joggen oder will sich einen gemütlichen Tag gönnen. Meist sind wir doch zu eitel, um einfach nur etwas überzuwerfen (weil es doch so praktisch ist, wie die Männer immer bezeugen) und wählen reich verzierte Jacken mit einem Schnitt so kompliziert, das er nicht einmal wirklich wärmt. Doch ein Trend hat sich auch in die unsportliche Damenwelt eingeschlichen: Jacken mit dem Aufdruck eines Städtenamens. Seitdem frage ich mich: sind diese Jacken hot or not?
Zuerst gab es sie eh nur vor allem an Männern und denen wird ja so einiges erlaubt. Auf einer Herr der Ringe Premiere sah ich dann sogar Star Dominic Monaghan in einer Berlin-Jacke, weil er nach eigenem Bezeugen seine Berliner-Wurzeln betonen wollte. Die Frage ist immer: will man seinen Patriotismus zur eigenen Heimat betonen, oder geht es eher darum, sich zur momentan angesagtesten Stadt dazu zu zählen. So sieht man mit der Berlin-Jacke wohl vor allem keine gebürtigen Berliner (wohnt da überhaupt noch wer, der dort geboren wurde?), während Münchner Jacken, die es zum Beispiel auch mit einem süßen Münchner Kindl gibt, die bayerische Patriotenseele ansprechen. Für mich bleiben die Jacken immer noch eher etwas für kuschelige Tage zuhause. Wer unbedingt eine der Jacken haben möchte, sollte sie sich lieber cool selbst designen.